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Wer Leistung möchte, muss Sinn bieten!

Beobachtungen von Dr. h.c. Dieter Fröhlich

Mit einem Augenzwinkern, aber im Kern durchaus mit ernstem Hintergrund, berichtet Dieter Fröhlich im folgenden Beitrag über seine Gedanken und Beobachtungen zum Verhalten „der Jugend“. Was hat sich in den letzten Jahren verändert? Und welche Bedürfnisse und Fertigkeiten sind wirklich wichtig, wenn es um die glückliche Zukunft der jungen Menschen geht?

Es geschieht heute nicht zum ersten Mal in der Geschichte, dass wir an den guten und edlen Eigenschaften unserer Jugend zweifeln.

Um das Jahr 400 v. Chr. meinte der Philosoph Sokrates: „Die Jugend liebt heutzutage den Luxus, sie zeigt schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte ... sie widerspricht den Eltern ... verschlingt die Speisen ... tyrannisiert ihre Lehrer ...“

In Deutschland wächst die dritte und vierte Generation nach dem zweiten Weltkrieg heran, die die Zeiten des Hungers und den Kampf um die Grundbedürfnisse nicht mehr erlebte. Die Regale der Supermärkte sind gefüllt, und man kann sich jederzeit –auch nachts – mit Lebensmitteln versorgen.

Leben wir in einem „Paradies“, das unseren
Bedürfnissen viel bietet, uns aber nur wenig abverlangt?

„Hunger“ ist ein Fremdwort geworden. Man ist auch nicht mehr gezwungen zu arbeiten, um ernährt zu werden. Auch fremde Menschen, die in unser Land strömen, dürfen sich hier im „Schlaraffenland“ wähnen und alle Vorteile in Anspruch nehmen, die sich ihnen bieten. Laut Prof. Bernd Raffelhüschen (Uni Freiburg) und Prof. Hans-Werner Sinn (Ifo-Institut) kostet den Steuerzahler jeder „Gast“ rund 450.000 Euro, bis er nach sechs Jahren eine reguläre Arbeit aufnimmt. - Leben wir also in einem „Paradies“, das unseren Bedürfnissen viel bietet, uns aber nur wenig abverlangt?

Abraham Maslow teilte die menschlichen Bedürfnisse so ein: zuerst kommen die physiologischen Bedürfnisse (Nahrung, Unterkunft, körperliche Unversehrtheit, Ruhe und Erholung usw.). Wenn diese Bedürfnisse größtenteils befriedigt sind, strebt der Mensch nach Sicherheit (Vorsorge, berufliche Existenz usw.). Darum war es früher wichtig, Sinnvolles zu lernen, zu planen und zu entscheiden, um den eigenen Lebensunterhalt langfristig zu sichern.

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Danach folgen die Bedürfnisse nach Gemeinschaft (in Familie, Gruppe, Freundschaft, Partnerschaft) und anschließend die nach Anerkennung und Wertschätzung in der Gemeinschaft. – Es scheint, dass sich in dieser Abfolge der Bedürfnisse einiges geändert hat.

Als ich neulich im ICE von Berlin nach Kassel fuhr, habe ich die Verzweiflung eines jungen Mannes erlebt, der die Fahrgäste um ein Ladekabel anflehte, damit er den Akku seines iPhones laden konnte, weil diesem die „Puste ausgegangen“ war.

Es sieht fast so aus, dass der Akku-zustand des iPhones und der Zugang zum Internet für viele junge Leute wichtiger geworden ist als die Sorge darüber, wovon sie in Zukunft leben können. Die Gemeinschaft, die früher in Familien, Hausgemeinschaften, Vereinen usw. gelebt wurde, wird heute durch die WhatsApp Gruppe ersetzt. Und die Anerkennung erhält man über das Streben nach „Likes“.

Es sind vordergründige Rückmeldungen, deren Bedeutung weit überschätzt wird. Aber dahinter steht immer der Wunsch nach Bestätigung.

„Likes“ sind vordergründige Rückmeldungen,
deren Bedeutung weit überschätzt wird.

Was sollen wir tun? Wir können die Welt nur dort verbessern, wo wir die Möglichkeit dazu haben. In der Musikschule Fröhlich arbeiten wir auch mit „dieser Jugend“ und praktizieren gehirngerechten Musik-Unterricht in der Kleingruppe. Wir zeigen den Schülern, wie man in der Gemeinschaft seinen Beitrag dazu leistet, Ziele stufenweise zu erarbeiten.

Statt kurzfristiger Wunsch-Erfüllung erfahren die Schüler, welche Befriedigung es verschafft, wenn sie langfristig an ihrer Vervollkommnung arbeiten und in der Gemeinschaft Erfolge erzielen, die stolz machen.

Wir führen Gruppen, in denen Freundschaften entstehen und über Jahre halten. Und wir leiten über 200 Vororchester und Orchester, die bei Auftritten und Konzerten echte Anerkennung des Publikums bekommen. Es sind diese Elemente, die den Erfolg der Gruppe in der Musikschule ausmachen: das stabile Gemeinschafts-Gefühl, die Anstrengungs-Bereitschaft und der Leistungswille, dazu der respektvolle Umgang miteinander und die ehrliche Anerkennung für alles Bemühen. Dieses Erleben bildet die Grundlage für die Festigung der Persönlichkeit und für späteren beruflichen Erfolg. – Was ergibt sich daraus für jeden einzelnen?

Was können Sie in Ihren Systemen tun, um die gemeinschaftlichen Ziele bestmöglich zu erreichen?

  • Stellen in Ihrer Firmen-Philosophie dar, welchen Nutzen Sie Ihren Kunden bieten!
  • Machen Sie jedem Ihrer Mitarbeiter den Sinn seiner Aufgabe deutlich! Denn wer Leistung möchte, muss Sinn bieten.
  • Sprechen Sie regelmäßig monatlich einzeln mit Ihren Mitarbeitern!

Und was bringt das? Welches Ergebnis werden Sie so erreichen?

  • So zeigen Sie ihnen Wertschätzung.
  • So können Sie wirksame Verbesserungs-Vorschläge bekommen, und
  • Sie haben die Gelegenheit, echte Anerkennung auszusprechen.
  • So machen Sie dem Mitarbeiter den Sinn und Wert seiner Aufgabe bewusst und
    stärken seine Bereitschaft, in der nutzbringenden Gemeinschaft seinen Beitrag zu leisten.

Und wenn Ihre Mitarbeiter und Partner begeistert sind, dann werden Sie auch begeisterte Kunden bekommen. Denn „Geist“ liegt nun mal auf einer höheren höhere Ebene.

Über den Autor:
Dr. h.c. Dieter Fröhlich baute die Musikschule Fröhlich als Franchise-System auf. Aktuell werden über 30.000 Kinder an die Musik herangeführt.
Als ein Pionier der Franchise-Branche in Deutschland war er viele Jahre Präsident des Deutschen-Franchise-Verbandes (DFV e.V.) und Ehren-Präsident des Europäischen-Franchise-Verbandes EFF. Er ist Initiator/Gründer der Fachschule für Franchising (Franchise-Campus, Weilburg)
2006 erhielt er den Strategiepreis und 2017 den Ehrenpreis des Bundesverband StrategieForum.

Kontakt:
info@dieter-froehlich.de

 

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