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Kurzporträts der Strategiepreisträger 2019

Verschiedene Aspekte der Mewes-Strategie

Der Bundesverband StrategieForum verlieh kürzlich die StrategiePreise für 2019. Sechs Preisträger mit ausgezeichneten Strategien wurden dabei berücksichtigt. Im Folgenden gibt es ein Kurzporträt der Preisträger.

Beim Barcamp des Bundesverband StrategieForum in Frankfurt am Main wurden die Strategiepreise für das Jahr 2019 vergeben. Dieser Preis zeichnet Personen und Unternehmen aus, deren Erfolg auf einer Umsetzung der Mewes-Strategie basiert. Prof. h.c. Wolfgang Mewes (1924-2016) entwickelte in den 1960er Jahren die Engpass-Konzentriere Strategie (heute Mewes-Strategie). Durch ihre Anwendung sind nachweislich eine großen Zahl sogenannter Hidden Champions (geheimer Weltmarktführer) in der mittelständischen Wirtschaft entstanden.

Mit Hilfe der Mewes-Strategie sind nachweislich eine großen Zahl sogenannter
Hidden Champions in der mittelständischen Wirtschaft entstanden.

Die Mewes-Strategie lässt sich in allen Branchen und für alle Firmengrößen anwenden. Sie ist eine erprobte Methode, um eine Alleinstellung am Markt mit hohem Nutzen für eine klar definierte Zielgruppe zu entwickeln. Außerdem ermöglicht sie eine Win/Win-Situation für alle Beteiligten Partner: vom Unternehmen und seinen Mitarbeitern über die Kunden bis hin zu den Lieferanten und dem unmittelbaren Umfeld des Unternehmens. Sie stellt erklärtermaßen nicht die Gewinnmaximierung in den Vordergrund, sondern die Optimierung des Nutzens durch die Lösung des jeweils größten Engpasses (Minimumfaktor) der Zielgruppe. Der Strategie-Preis des Bundesverband StrategieForum wird seit dem Jahr 2002 in verschiedenen Kategorien vergeben.

Im Jahr 2019 wurden folgende Unternehmen und Personen ausgezeichnet:

 

Beste Spezialisierungsstrategie:
Jens Hanl – Syma Tech

Das Unternehmen Syma Tech aus Gotha ist hochspezialisiert auf eine technische, innovative Lösung im Bereich der Metallverarbeitung und die damit verbundenen Dienstleistungen. Damit bieten Jens Hanl und sein Team ihren Kunden einen herausragenden Nutzen inklusive Alleinstellung in einem Nischenmarkt.

Aspekte der Mewes-Strategie: Bei voller Maschinen-Auslastung in der Metallindustrie entstehen sofort teure Kapazitätsengpässe, wenn eine Maschine ausfällt. Wartungsverträge mit Herstellern sind teuer. Syma Tech hat sich auf Tafelscheren und Abkantpressen aller Hersteller spezialisiert und bietet Wartung, Reparatur und Instandsetzung aus einer Hand. Ältere Maschinen können zudem durch eigens entwickelte Module schnell und effizient modernisiert und damit länger genutzt werden. Mit dieser Leistung ist Syma Tech auf Wachstumskurs.

 Foto (v.l.n.r.): Jens Hanl, Samira Djeffal mit BSF-Präsident Georg Rohde

 

Beste Kooperationsstrategie:
Jan Binder - Binder Innenausbau GmbH

Die Binder Innenausbau GmbH aus Bottrop ist eine Tischlerei (s.a. Fallstudie im SJ 03/19) in der dritten Generation. Durch eine systematische Anwendung der Mewes-Strategie konnte sie eine allgemeine Verzettelung ihres Angebots auflösen und eine finanzielle Schieflage abwenden. Die Motivation und die Zukunftsperspektiven der Geschäftsführer Julia Behrendt und Jan Binder im Kontext der Tischlerei ist durch die neue Ausrichtung des Unternehmens stark gestiegen.

Aspekte der Mewes-Strategie: Hier wurde der klassische Weg durchlaufen. Eine Konzentration auf die Stärken im Bereich Fertigung individueller, hochwertiger und maßgeschneiderter Möbel. Eine Konzentration auf eine klar definierte Zielgruppe: gut situierte Paare ab 50 Jahren, dabei auf die Frau als Entscheiderin. Alles andere wurde weggelassen. Der Nutzen für diese Zielgruppe – u.a. durch den Einsatz digitaler Technologie – wurde optimiert. Kooperation mit unterstützenden Dienstleistern, aber insbesondere mit spezialisierten Beratern, die diese Entwicklung systematisch vorantrieben und jetzt daraus ein Franchise-System für Tischlereien entwickeln.

 

Foto (v.l.n.r.): Paul Meyer, Jan Binder mit BSF-Präsident Georg Rohde

 


Beste Innovationsstrategie:
Bastian Sens - Sensational Marketing GmbH

Bastian Sens ist Experte für Online-Marketing und E-Commerce. Er betreibt dafür seit neun Jahren die Agentur Sensational Marketing GmbH. Eine besondere Stärke liegt im Bereich Suchmaschinenmarketing für Google in Deutschland und die strategische Herangehensweise. Zu diesem Themenfeld hat er bereits unzählige Vorträge gehalten und drei Bücher geschrieben.

Aspekte der Mewes-Strategie: Der Tenor seiner Arbeit lautet: die volle Automatisierung und der Einsatz von KI beim Onlinemarketing sind absehbar. Die Unterscheidungsmerkmale entstehen dann mehr noch als heute aus der Strategie heraus. Er hat sich insbesondere auf die Zielgruppe der Online-Shops konzentriert, die im Umkreis von 100 km ansässig sind und optimalerweise mindestens einem Marketing-Mitarbeiter beschäftigen. Für diese Zielgruppe hat er Nutzen seiner Beratung optimiert und er hilft ihnen dabei, eine Nischenpositionierung mit klarem Nutzen für das Suchmaschinenmarketing zu entwickeln. Für diese Branche ein zwingender Nutzen.

Foto (v.l.n.r.): Bastian Sens mit BSF-Präsident Georg Rohde

 

 

Beste Zielgruppenstrategie:
Imke und Claas Krüger - level up! GmbH

Fitness- und Abnehmprogramme gibt inzwischen viele – auch online. Bei Imke und Claas Krüger wurde jedoch die eigene Problematik, systematisch in eine Problemlösung umgewandelt. Diese wird nun einer konkreten Zielgruppe angeboten. Nach drei Geburten hat selbst die Fitnesstrainerin Imke Claas Probleme, ihren Körper in die Form zu bringen, die sie gerne hätte. Und sie ist nicht die einzige mit diesem Problem.

Aspekte der Mewes-Strategie: Das Angebot zielt nicht auf die Masse, sondern konzentriert sich in der Ausprägung und Ansprache auf die Zielgruppe Mütter. Durch die Konzentration kann hier eine höhere Durchschlagskraft erreicht werden. Damit kann man sich auch in diesem umkämpften Markt erfolgreich positionieren. Außerdem entspricht das Angebot voll und ganz den Stärken und Neigungen der Anbieterin.

 Foto (v.l.n.r.): Claas Krüger mit BSF-Präsident Georg Rohde

 


Beste Gesamtstrategie:
Thomas Karkosch - Millenium 2000 GmbH

Die Millenium 2000 GmbH Import ist ein Großhändler für Consumer Electronics Produkte, vornehmlich elektronische Spielwaren und elektronische Lernspiele.

Aspekte der Mewes-Strategie: In einem komplexen strategischen Prozess wurde eines von vielen Handelsprodukten als das vielversprechendste identifiziert. Fortan konzentrierte sich Thomas Karkosch auf die Suche nach einer Zielgruppe und entwickelte für diese Schritt für Schritt einen zwingenden Nutzen.

Rein technisch handelt es sich beim Produkt um einen Audiostift. Fährt man mit ihm über ein geschriebenes Wort in einem Buch, so wird eine Audiosequenz abgespielt. Dieses Produkt kann für viele Anwendungen angepasst werden. Die von Karkosch und seinem Team entwickelte Anwendung des Stiftes motiviert Kinder mit Förderbedarf – nicht zuletzt aufgrund des spielzeug-ähnlichen Charakters des Produktes – am Unterricht teilzunehmen und zu lernen. Gleichzeitig entlastet es die Lehrer und ermöglicht ihnen einen differenzierten Unterricht innerhalb einer sehr heterogenen Schulklasse. Die Entwicklung der Optionen wird ständig fortgeführt.

Foto (v.l.n.r.): Thomas Karkosch mit BSF-Präsident Georg Rohde.

 

Beste nachhaltige Strategieumsetzung:
Bernhard Helbing - TMP Fenster + Türen GmbH

Die TMP Fenster & Türen GmbH, Bad Langensalza und ihr Geschäftsführer Bernhard Helbing erhalten den Preis für eine nachhaltige Strategieumsetzung. Das Unternehmen (s.a. Interview im SJ 03/19) wurde in Bad Langensalza im Jahr 1990 aus einer landwirtschaftlichen LPG heraus gegründet. Heute – fast 30 Jahre später – machen über 300 Mitarbeiter an fünf Standorten einen Jahresumsatz von 55 Mio €.

Aspekte der Mewes-Strategie: Nicht nur Produktion und Verkauf von Fenster und Türen, sondern Problemlöser für die Zielgruppe der Bauunternehmen. Dabei Full-Service inklusive Montage der Produkte auf der Baustelle. Dazu Aufbau eines bundesweiten Kooperationsnetzwerkes von Monteursbetrieben. Immer wieder Weiterentwicklung der Produkte entlang der sich veränderten Engpässe der Zielgruppe. Innovative Kooperation mit Zulieferern, die in Prozess eingebunden sind. Intensiver Austausch mit Hochschulen und Branchenverbänden, immer unter dem Gesichtspunkt, den Nutzen für die Zielgruppe weiter zu steigern.

Foto (v.l.n.r.): Tobias Kern, Bernhard Helbing und André Leffler mit BSF-Präsident Georg Rohde

 

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