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Erfolgreich führen mit innerer Macht

Eine Buchbesprechung von Michael Hihn

Ein erfolgreicher Unternehmer sagte mir einmal: Für mich ist die Mewes Strategie auch eine Machtlehre. Prof. Wolfgang Mewes hat den prinzipiellen Umgang mit Macht  vorgezeichnet: Von der Leistung zur Spitzenleistung. Von der Spitzenleistung zum Vorsprung an Information. Den Vorsprung an Information in Einfluss umsetzen. Den Einfluss in Macht umsetzen. Macht in Harmonie umsetzen ...

Macht in Harmonie umsetzen - aber wie? Wir alle schleppen unsere Glaubenssätze, Denkmuster, Verhaltensmuster und Kommunikationsprobleme mit uns. Täglich verstricken wir uns damit gewollt oder ungewollt in Machtspiele, die uns daran hindern, Macht in Harmonie umzusetzen.

In meinem Arbeitskreis „Wissen nutzbar machen“ haben sich in den letzten Jahren einige Experten zu hochkarätigen Spezialisten entwickelt. Von einer Expertin, die sich speziell diesem Thema gewidmet hat und ihrem Buch „Erfolgreich führen mit innerer Macht – Machtspiele umwandeln“ möchte ich Ihnen berichten, weil dieses Buch aus meiner Sicht die Mewes Strategie wunderbar ergänzt.

In einer unserer Gruppentagungen berichtete die Sozialpsychologin und Sozialwissenschaftlerin Dr. Barbara Schmidt von ihren Erfahrungen als Management Coach. „Am liebsten sind mir die Coachings, wo es um Macht und Machtspiele geht“ – und ihre Augen leuchteten dabei. „Barbara, Deine Kenntnisse und Erfahrungen musst Du unbedingt in einem Buch konzentrieren und veröffentlichen“, war die einhellige Meinung der Gruppe. „Damit lieferst Du ein wertvolles Umsetzungshilfsmittel für den finalen Schritt der Mewes Strategie: Macht in Harmonie umsetzen.“ Durch diesen Impuls und die weitere Begleitung der Gruppe entstand dieses einmalige Werk.

Das Wort „Macht“ ist bei den meisten
Menschen eher negativ besetzt.

Das Wort „Macht“ ist bei den meisten Menschen eher negativ besetzt. Denn jeder Mensch hat in seinem Leben Machtmissbrauch erlebt, und oft sind die seelischen Wunden noch nicht verheilt.

Im ersten Kapitel führt die Autorin den Leser zu einer neuen Sichtweise auf diesen Begriff. Neben der dunklen Seite der Macht, gibt es auch eine helle Seite. Nämlich – ganz im Sinne von Mewes – den verantwortungsvollen Umgang mit Macht, um etwas zum Positiven zu verändern. Denn ohne Macht kann man nichts verändern. Man ist im wahrsten Sinne des Wortes „machtlos“.

Im zweiten Kapitel beschreibt sie die zerstörende Wirkung von Machtspielen und wie schnell man sich in Machtspiele verstricken kann. Dahinter stehen Ängste, die eigenen Ziele sonst nicht durchsetzen zu können. Dabei beschreibt sie die typischen Rollen der Machtspieler mit einem leicht verständlichen Modell. Nachfolgend eine verkürzte Auflistung:

Machtspielerrolle Nr. 1 – „Der Besserwisser“: Er kontert meist in einer herabwürdigenden Art. Wie z.B. „Davon verstehen Sie gar nichts.“ Damit verfolgt er das Ziel, dass seine Sichtweise höher bewertet wird und der Partner klein beigibt.

Machtspielerrolle Nr. 2 – „Der Angreifer“: Er versucht, den Gegner einzuschüchtern, indem er diesen in einen Angst-Zustand versetzt. Beispiel: „Wenn Sie diesen Weg nicht mittragen, sind Sie hier fehl am Platz.“

Machtspielerrolle Nr. 3 – „Der Flüchtende“: Er entzieht sich einer konstruktiven Meinungsbildung einfach dadurch, dass er das Gespräch abbricht und seine Meinung damit durchsetzt. Beispiel: „Wir haben jetzt keine Zeit darüber zu reden.“

Machtspielerrolle Nr. 4 – „Der Kontrollierende“: Er versucht durch scheinbar neutrale Kontrollfragen, auf der anderen Seite ein schlechtes Gewissen zu erzeugen. Beispiel: „Wie kommen Sie zu so einer Entscheidung?“

Häufig wechseln in einem Machtspiel die Protagonisten
ihre Rollen: Opfer wird Täter und umgekehrt.

Machtspielerrolle Nr. 5 – „Der Hilflose“: Er setzt den anderen unter Druck und versucht ihn in ein Schuldgefühl zu versetzen. Beispiel: „Wenn Du mir jetzt nicht hilfst, geht alles den Bach runter“.

Machtspielerrolle Nr. 6 – „Der Retter“ oder auch hilfloser Helfer: Er mischt sich gerne ein und gibt auch ungefragt Hilfe, weil er sich für unentbehrlich hält. Oder er lässt sich hin-einziehen in eine Hilfeleistung, weil er nicht nein sagen kann.

Lieber Leser erkennen Sie das eine oder andere Beispiel in Ihrem täglichen Leben?

Der eigentliche Wert dieses Buches liegt darin, dass die Autorin nicht nur die Machtspieler und die Interaktion zwischen Täter und Opfer beschreibt, sondern auch Hilfestellung gibt wie man die Machtspiele erkennt und vor allem, wie Machtspiele konstruktiv aufgelöst werden können. Ein Machtspieler hat nämlich nur solange Macht über den Kontrahenten, solange dieser im Spielfeld des Machtspielers verbleibt. Die innere Macht zu entwickeln ist dann der Weg.

Machtspiele sind zerstörerisch. Sie entziehen sowohl dem Opfer als auch dem Täter die Gegenwartsklarheit, Kraft und Konzentrationsfähigkeit auf das Wesentliche. Häufig wechseln nämlich in einem Machtspiel die Protagonisten ihre Rollen. Das Opfer wird zum Täter und umgekehrt. Und mit zunehmender Eskalation entziehen sich beide Kontrahenten immer mehr Energie und Lebensfreude. Im schlimmsten Fall kommt es zum Krieg und endet in Zerstörung und Tod.

Im Kapitel drei zeigt Dr. Barbara Schmidt wie der Leser Machtspielen vorbeugen kann, um nicht sein seelisches Gleichgewicht zu verlieren und gesundheitliche Schäden zu erleiden oder gar im Burnout zu landen.

Das Kapitel vier ist der Entwicklung innerer Macht gewidmet. Innere Macht hat folgende Merkmale:

  1. Macht über sich selbst gewinnen – Glaubenssätze, innere Muster bewusst machen und umwandeln, um im Einklang mit sich selbst zu sein.
  2. Eigenliebe leben – Stärke aus sich selbst, aus der eigenen schöpferischen Kraft holen, statt sie sich von anderen zu nehmen.
  3. Macht über die Kommunikation – dem anderen nicht ausgeliefert sein, zielgerichtet und sauber kommunizieren.
  4. Unterscheiden zwischen persönlichen und übergeordneten Zielen – den anderen in die Lösung übergeordneter Ziele mit einbeziehen.
  5. Mut zum Handeln – das soziale System, von dem wir selbst und die anderen ein Teil sind, konsequent in eine positive Richtung lenken und entwickeln.

Kapitel fünf zeigt wie die Entwicklung innerer Macht zur Unangreifbarkeit führt und welch positiven Einfluss Führungskräfte mit innerer Macht auf die Entwicklung eines Projektes, einer Abteilung und eines Unternehmens haben. Das kann sogar auf eine ganze Nation übertragen werden. Mahatma Ghandi ist für mich dazu ein leuchtendes Beispiel. Er hatte weder Reichtümer noch offizielle politische Ämter und trotzdem Macht und Einfluss auf 350 Millionen Menschen. Vor seiner „inneren Macht“ musste die Weltmacht „England“ einlenken und Indien in die Unabhängigkeit entlassen.

Infos zum Buch www.innere-macht.de/das-buch
Infos zum Arbeitskreis „Wissen nutzbar machen“ unter www.ak-wnm.de

 

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