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Echte "kleine" Problemlösung: Festplatten-Klon

Wenn „dein Leben“ auf dem Laptop liegt, solltest du ein Back-Up haben!

Das berufliche und z.T. auch private Leben vieler Freiberufler und Einzelkämpfer spiegelt sich quasi auf ihrem Laptop oder Desktop-Computer wider. Daten über Kunden, Buchhaltung, Marketing, Website, Zugangsdaten, Fotos, Archive etc. plus Betriebssystem und Software ... alles auf einer Festplatte. Diese kann somit sehr schnell zum extrem gefährlichen Minimumfaktor werden. Es gibt einige Möglichkeiten, dies zu verhindern. Eine davon möchte ich hier praxisnah beschreiben. – Von Thomas Rupp

Vor einem Jahr häuften sich bei mir die „Blue-Screens“ gern auch als „Blue Screen of Death“ bezeichnet. Wer es erlebt hat, weiß genau, wovon ich rede: Alles bricht ab, statt dessen erscheint ein blauer Bildschirm, und mit weißer Schrift steht da in Englischer Sprache mehr oder weniger, dass hier ein Problem aufgetaucht ist, das vom System nicht gehändelt werden kann.

Dafür gibt es viele Ursachen. Da dieser Blue Screen immer häufiger auftauchte, habe ich mir die Mühe gemacht, den Fehler-Code über das Internet zu identifizieren. Mit diesem teilte mir meine Festplatte quasi mit, dass sie in Kürze das Zeitliche zu segnen gedenkt. „Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird“, dachte ich und fragte einen Computer-Experten, ob ich das ernst nehmen müsse.

Mit versteinerter Miene und eindringlicher Stimme versicherte er mir – und dabei betonte er jedes Wort: „Ja, das musst Du sehr ernst nehmen!“ Ich glaubte ihm. Offensichtlich haben auch Festplatten eine begrenzte Lebensdauer. Laut Fachmagazin „Chip“ haben interne Festplatten eine Lebensdauer von fünf bis zehn Jahren. Da meine bereits seit rund 6 Jahren quasi im Dauereinsatz war, verfestigte sich meine Erkenntnis: Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf!

Natürlich sichere ich meine Anwendungsdaten regelmäßig auf eine externe Festplatte. Aber falls sich meine Festplatte morgen verabschieden würde: wie lange würde es dauern und was würde es kosten, bis ich wieder ein funktionierendes System inklusive der gesamten Software hätte?

Ein Festplatten-Klon ist eine physische Festplatte,
die 1:1 alle Daten enthält wie das Original.

Bei meinen Recherchen stieß ich auf die Möglichkeit, eine Festpatte zu „klonen“. Ein Festplatten-Klon ist eine physische Festplatte gleicher Bauart – also in meinem Fall ein internes 2,5 Zoll Laufwerk –, die 1:1 alle Daten enthält wie das Original. In anderen Worten: Wenn ich meine bestehende Festplatte geklont habe, kann ich sie ausbauen, den Klon einbauen, den Laptop starten und ich werde keinerlei Unterschied erkennen. Das konnte ich mir zunächst nicht vorstellen. Aber die gute Nachricht: genau so ist es!

Bedenkt man, dass eine Festplatte mit 1 TB heute schon ab 60 Euro erhältlich ist und dass es fürs Klonen diverse Freeware-Produkte gibt... dann wird man kaum eine kostengünstigere Variation für die Datensicherung finden. Vor Verfassen dieses Beitrags, habe ich das Prozedere noch zwei Mal durchgeführt, um es auch vernünftig dokumentieren zu können. Ich habe mir lange überlegt, ob ich diesen Artikel schreiben soll. Aber einige Mitglieder, denen ich davon erzählte, waren so begeistert, dass ich mich dazu entschloss.

 

Nur noch ein wichtiger Hinweis:
Folge dieser Anweisung nur, wenn du ähnliche Projekte schon öfter durchgeführt hast und über entsprechende Grundkenntnisse bei Hard- und Software verfügst. Ansonsten suche dir einen Experten und lasse ihn das Ganze durchführen. Ggf. kann er dich einweisen, damit du es dann zukünftig selber machen kannst. Also, wenn du der Anleitung folgst, tust du das auf eigene Gefahr!

Schritt für Schritt Anleitung (s. Abbildungen):

Abblildung 1
Ich benutze denkostenlosen „ShadowMaker Free 1.0“ von MiniTool. URL: www.minitool.com/backup/system-backup.html, (inzwischen ist das Version 3.0... habe ich nicht getestet, sieht aber so aus als wären es die gleichen Features)  dann auf „Have a Try“ klicken, Software downloaden und installieren.

Abbildung 2
a) Wenn du die Festplatte deines Laptops klonen willst kaufe dir eine passende interne 2.5 Zoll Festplatte und ein externes 2,5 Zoll Festplattengehäuse (z.B. von Inateck um die 11 Euro). – b) Schließe so die interne Festplatte per USB-Kabel an deinen Laptop an. 

Abbildung 3
Starte jetzt den „ShadowMaker Free 1.0“ und klicke auf „Local“ und „Connect“.

Abbildung 4
a) Klicke auf „Tools“ – b) Klicke auf „Clone Disk“ – c) Klicke jetzt auf das Icon „The Source Disk“. Dann öffnet sich ein Fenster (c1). Wähle hier deine QUELLEN-FESTPLATTE also die Festplatte, die du klonen willst. – d) Klicke jetzt auf das Icon „The Target Disk“. Dann öffnet wieder das Fenster (d1). Wähle hier deine ZIEL-FESTPLATTE also die (neue) Festplatte, die nachher der Klon werden soll.

ACHTUNG: Alle Daten auf der Target-Disk werden komplett gelöscht. Verwechsle also auf keinen Fall die Quell- und Ziel-Festplatte!

e) Klicke OK

Abbildung 5
Nach einem Warnhinweis und einer weiteren Bestätigung beginnt der Kopier-Prozess. Nach einiger Zeit, zeigt das System an, wie lange der gesamte Prozess dauern wird. Bei mir dauerte es bei ca. 500 GB auf der Festplatte etwas mehr als 7 Stunden.

Also am besten lässt du das über Nacht laufen. Wenn du einen Haken setzt bei: „Shut down the computer when the operation ist completed“, dann fährt der Computer am Ende automatisch herunter.

 Abbildung 6
Wenn du tatsächlich den Haken (s. Pt. 5.) gesetzt hast, dann wirst du diese Warnmeldung (s. Abb. 6) nicht sehen. Denn wenn du morgens erwartungsfroh aufstehst, dann ist das System ja heruntergefahren, also:

ACHTUNG: Unterbreche VOR dem ersten Hochfahren des Computers die Verbindung zwischen angeschlossener Ziel-Festplatte (also dem neu erstellten Klon) und Laptop.

Abbildung 7
Wenn du dich überzeugt hast, dass deine alte Festplatte immer noch ganz normal funktioniert, fahre den Laptop herunter, baue die alte Festplatte aus und setzte die neue – den Klon – ein. Dann starte den Computer erneut.

Abbildung 8
Bei mir kam dann eine Meldung zur Windows Fehlerbehebung und ich habe auf „Windows normal starten“ geklickt.

Abbildung 9
Zu meiner großen Begeisterung bootet die Klon-Disk hoch und zeigt mir einen Startbildschirm, der sich in nichts vom Original unterscheidet. Sie installiert sich selbst und fordert mich auf, das System noch einmal zu starten. Danach ist die der Klon voll einsatzfähig. Ich habe dann die Original-Festplatte wieder eingebaut und lege den Klon als sofort einsatzfähige Back-Up Lösung in den Schrank.

Ich habe mir das jetzt folgendermaßen organisiert: Im Laptop ist immer die Original Festplatte eingebaut. Darüber hinaus erstelle ich zum Start zwei Klons. Das bedeutet: ich habe drei mal quasi „die selbe“ Festplatte und könnte diese nach Belieben austauschen.

Die zwei Klons lege ich in den Schrank. Arbeite ich jetzt mit dem Laptop werden die Daten natürlich laufend verändert, Software kommt hinzu etc. Also erstelle ich nach zwei Monaten einen aktualisierten Klon, indem ich eine der beiden Ersatz-Festplatten überspiele. Jetzt habe ich also wieder zwei aktuelle und eine Festplatte mit älteren Daten. Nach weiteren zwei Monaten überspiele ich die zweite Festplatte etc.

Es verbleibt das Risiko, Anwendungsdaten von zwei Monaten zu verlieren. Diese kann ich mit einem entsprechenden Back-Up-System auf einer externen Festplatte sichern.

Ich habe drei mal quasi „die selbe“ Festplatte
und könnte diese nach Belieben austauschen.

Sicherlich gibt es für all das auch eine fertige und teure Plug & Play Lösung, die sich schon bei kleinen Firmen lohnen wird. Für mich wäre aber selbst diese zu aufwändig. Soweit mein Erfahrungsbericht. Ich würde mich freuen, wenn diese Hinweise für den einen oder die andere Leserin einen Nutzen bringt.

Vielleicht noch ein Hinweis. Bei Youtube gibt es inzwischen sehr gute detaillierte Schritt für Schritt Anleitungen für fast alle technischen Prob-leme. Das Video, das mir die Sicherheit gegeben hat, das mit dem Klon anzugehen stammt von „Maxico – Anleitungen und Tutorials“ und hat den Titel „Windows auf SSD klonen, HDD kopieren ganz einfach erklärt“.

Aber Achtung: hier wird eine andere Software (vom gleichen Hersteller) verwendet, mit der ich nicht klar kam. Als Hintergrund-Information war das Video aber sehr hilfreich.

 

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