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Die Zeit als konstantes Grundbedürfnis

Mit Hartnäckigkeit und ständiger Innovation zum Erfolg

Mit über 5 Millionen verkauften und in mehr als 40 Sprachen übersetzten Büchern ist Prof. Dr. Lothar Seiwert Europas einflussreichster Vordenker in Sachen Zeitökonomie und Lebensmanagement. Mehr als eine halbe Million Zuhörer haben den mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Keynote-Speaker und Trainer bei Vorträgen und Seminaren in Europa, Asien und den USA erlebt. Aber auch er bekam nichts geschenkt. Dieser Beitrag erzählt, wie alles begann, welche Hürden er zu Beginn seiner Karriere überwinden musste und wie das konstante Grundbedürfnis "Zeit" seit 30 Jahren sein Einkommen sichert.

Mit über 5 Millionen verkauften und in mehr als 40 Sprachen übersetzten Büchern ist Prof. Dr. Lothar Seiwert Europas einflussreichster Vordenker in Sachen Zeitökonomie und Lebensmanagement. Mehr als eine halbe Million Zuhörer haben den mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Keynote-Speaker und Trainer bei Vorträgen und Seminaren in Europa, Asien und den USA erlebt. Wir freuen uns auf Prof. Lothar Seiwert als Top-Redner auf unserem Strategie-Kongress Frühjahr 2016.

Wie alles begann: Ein wohlwollender älterer Kollege empfahl Seiwert in den 1970er-Jahren, sich einmal mit der EKS-Strategie zu befassen. Der passende Lehrgang kostete seinerzeit 800 DM, und dies überstieg doch wesentlich das Budget des Marburger Studenten. Glücklicherweise gelang es Seiwert dann doch noch, über ein Anzeigenblatt an ein gebrauchtes Exemplar zu kommen. Nach Lektüre und Verinnerlichung der Inhalte blieb das Werk jedoch zunächst einmal im Regal stehen.

Seiwert wurde Trainer in einem großen Konzern und verlor im Rahmen einer Welle betriebsbedingter Kündigungen seinen Job. Daraufhin wechselte er in die Beratungsbranche und musste sich als „Neuer“ mit dem von den Kollegen ungeliebten Thema Zeitmanagement beschäftigen. Dies tat er gründlich und hielt im Rahmen seiner Tätigkeit unzählige Zeitmanagement Seminare.

In der Folge konzentrierte sich Seiwert auf die Zeitprobleme von Führungskräften, wurde zum Experten für dieses Thema und schrieb seine ersten zwei Bücher. Die Beratungsfirma wurde aufgelöst und Seiwert wagte mit seinem „Institut für Zeitmanagement“ den Schritt in die Selbständigkeit.

Die Rahmenbedingungen ändern sich laufend,
doch das Grundbedürfnis bleibt.

Im Vergleich zu den meisten Trainerkollegen, die sich möglichst breit aufstellten und mit Führung, Motivation, Rhetorik, Verkaufen etc. eine Menge Themen in ihrem Portfolio hatten, entwickelte Seiwert ein spitzes Profil. Nicht zuletzt deshalb fanden ihn seine Kunden, und er musst nie akquirieren.

Im Wechselspiel von Innovation und Kooperation entwickelte Seiwert laufend neue Produkte für Teilzielgruppen, ohne das Thema Zeitmanagement aus den Augen zu verlieren. Ganz im Sinne der EKS konzentrierte er sich dabei immer auf das konstante Grundbedürfnis: die Begrenztheit der Zeit und den Wunsch der Menschen, diese optimal einzusetzen.

Seine ersten Kooperationspartner waren die führenden Hersteller von Zeitplanern. Diese Produkte sind heute fast vom Markt verschwunden. Oder Produkte wie die des Kooperationspartners Blackberry kommen aus der Mode. Was bleibt, ist die Aufgabe jedes einzelnen, die begrenzte Ressource Zeit optimal zu nutzen. Und dieses Thema wurde von Seiwert systematisch für die verschiedensten Teilzielgruppen durchdekliniert: Zeitmanagement für Juristen, für Verkäufer, für Chaoten, für Kids; Zeitmanagement im Alter, Zeitmanagement mit Outlook, Zeitmanagement für iPhone u.v.a.m. Alle diese Kanäle hat Seiwert – immer mit den jeweiligen Kooperationspartnern – systematisch bespielt. Und das funktioniert bis heute.

Es gab eine Entwicklung des Zeitbegriffs, an die sich Seiwert mühelos anpassen konnte. Ging es anfänglich eher um Zeitmanagement als operatives Tool, nach dem Motto „Time is Money“, wurde in den letzten Jahren Zeit als Faktor der Lebensqualität entdeckt. Diese Entwicklung hat Seiwert in seinen Büchern aufgegriffen und mitgestaltet z.B. mit Themen wie Zeitmanagement und Lebensgestaltung, Zeitmanagement und Langsamkeit etc. Es geht also immer mehr um Lebenszeit und weniger um die Tages- und Wochenplanung.

Fazit: Die Rahmenbedingungen ändern sich laufend, aber das Grundbedürfnis bleibt. Doch man muss dran bleiben, sich dem Zeitgeist sowie technischen Neuerungen stellen und diese in gefragte Innovationen umwandeln, getreu dem gern von Seiwert zitierten Motto Tom Peters: „Innovate or die!“

Seiwert lässt keinen Zweifel daran: Er hat Wolfgang Mewes und dessen Engpass-Konzentrierter Strategie viel zu verdanken. Andererseits betont er, dass alleine der Lehrgang im Regal nicht ausreicht, um erfolgreich zu werden. Dafür muss man aktiv etwas tun, ganz im Sinne des Untertitels seines neuen Buches: Wer für seine Erfolge nicht selber sorgt, hat sie nicht verdient.

Seiwert: Das heißt, ich muss auch was daraus machen! Und wenn es nicht gleich klappt, muss ich eben – wie im Fußball – öfters aufs Tor schießen. Irgendwann trifft dann einer, und hinterher fragt keiner mehr, wie oft ich daneben geschossen habe. Am Ende zählt das Spielergebnis.

Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich spreche. Ich wollte immer ein erfolgreicher Autor sein, der mit seinen Büchern die Menschen auf der ganzen Welt bewegt. Zu Anfang meiner Karriere als Autor sah es jedoch erst einmal gar nicht nach Erfolg aus.

Ich marschierte von Messestand zu Messestand
und sprach bei jedem Wirtschaftsverlag vor.

SJ: Wie haben Sie denn überhaupt den Einstieg als Autor gefunden?
Seiwert: Als unbekannter Neuling in der Branche kassierte ich von den Verlagen eine Absage nach der anderen. Sie wollten lieber das 17. Buch mit einem eingeführten Autor machen als das erste eines Unbekannten. Um meinen Plan dennoch zu realisieren, drehte ich das Problem um und konzentrierte mich auf den Engpass der Verlage.

„Wie viele Exemplare muss ich abnehmen“, schrieb ich zurück, „damit Sie mein Buch verlegen?“ Die Antwort eines renommierten Verlegers lautete: „500 Stück“. Ich sagte zu, und das Verlagshaus publizierte mein Buch unter dem Titel „Mehr Zeit für das Wesentliche“ zu einem Ladenpreis von 48 DM. Bei Erscheinen lieferte man mir zwei Paletten mit 500 Büchern in meine kleine Zweizimmerwohnung in Stuttgart-Stammheim.

SJ: Oh je, das waren ja Kosten von fast 25.000 DM ...
Seiwert: Nicht ganz. Man hatte mir immerhin einen Autorenrabatt eingeräumt. Aber die Rechnung belief sich immer noch auf 14.400 DM – zahlbar sofort. Von da an kreisten meine Gedanken nur noch darum, wie ich die vielen Bücher, für die ich einen Kredit von 15.000 DM – seinerzeit noch mehr Geld als heute – aufgenommen hatte, wirtschaftlich sinnvoll wieder loswürde.

SJ: Und wie haben Sie das gestemmt?
Seiwert: Hunger macht erfinderisch! Damals war ich unter anderem Vorsitzender der Gruppe Stuttgart in der Gesellschaft für Arbeitsmethodik (GfA), deren Ehrenmitglied ich heute bin. Ich konnte den Schriftleiter überzeugen, der Mitgliedszeitschrift kostenlos eine – vom Verlag gedruckte – Bestellkarte für das Buch beizulegen. Es gingen zahlreiche Bestellungen ein, die ich alle eigenhändig mit einer Rechnung versah, verpackte und zur Post brachte. Dennoch wurde diese erste von über 20 Hardcover und 30 Taschenbuchauflagen ein wirtschaftlicher Erfolg – obwohl ich nicht wenige Exemplare zu Werbezwecken verschenkt habe. Und mein Wohnzimmer war endlich wieder leer.

SJ: Und wie starteten Sie dann Ihre internationale Karriere?
Seiwert: Wie gesagt: ich habe ziemlich oft „aufs Tor geschossen“! Jahrelang lief ich mir in den internationalen Hallen der Frankfurter Buchmesse die Schuhsohlen ab, um ausländische Verlage zu rekrutieren. Ich marschierte von Messestand zu Messestand und sprach bei jedem Wirtschaftsverlag vor. Meine Ansprechpartner allerdings waren eher daran interessiert, ihre eigenen Lizenzen nach Deutschland zu verkaufen, als mein Buch in ihrem jeweiligen Land zu veröffentlichen.

Weitergereicht von einem Kontakt zum nächsten gelangte ich schließlich zu einem Foreign Rights Manager eines US-amerikanischen Verlages, den ich, nachdem wir uns kennengelernt hatten, von da an einmal pro Monat anrief, um ihn für mein Buch zu erwärmen. Das tat ich zwei Jahre lang. Und damals gab es noch keine Flatrates. Doch diese Lektion brachte mir etwas Wichtiges bei: Am besten ist dein Geld immer in dich selbst investiert.

Nach über zwei Jahren – als der Verlagsmanager wieder zur Frankfurter Buchmesse kam – lud ich ihn zusammen mit seinem Chef in das beste Restaurant der Stadt ein. Eine bleibende Erinnerung: Statt Wein aus dem Rheingau tranken die beiden Whiskey on the rocks zu den fränkischen Spezialitäten. Doch nach dem x-ten Glas war der Lizenzvertrag unter Dach und Fach. Es würde eine US-Ausgabe meines Buches geben. Ziel erreicht.

SJ: Und... hat sich der Aufwand gelohnt?
Seiwert: Das hat sich definitiv gelohnt, denn damit nahm die kybernetische Erfolgsspirale ihren Anfang. Diese amerikanische Ausgabe öffnete mir die Tür zu zahlreichen nationalen und internationalen Verlagen. Und die US-Ausgabe erhielt auch noch den Benjamin-Franklin-Preis für das »Beste Businessbuch des Jahres«, verliehen von der Publishers Marketing Association. Nachdem ich den Anfang gemacht und diese Hürde genommen hatte, gerieten die Dinge in Bewegung. Mit über 50 Buchtiteln und über 5 Millionen verkauften Exemplaren, die in 40 Sprachen übersetzt wurden, ist der Rest Verlagsgeschichte.

Kein Mensch kann sich darauf verlassen,
dass andere ihn erfolgreich machen.

Was ich damit sagen will: Kein Mensch kann sich darauf verlassen, dass andere ihn erfolgreich machen. Auch wenn ich nun seit über 30 Jahren ein Bestsellerautor bin, haben sich meine Bücher nie von selbst verkauft. Dazu braucht es viele Mitstreiter. Aber allen voran immer einen: den Autor selbst. Nicht mit Hadern, Hoffen oder Wünschen, sondern nur mit Biss und Eigeninitiative gelangt man zum Erfolg.

Weitere Info:  www.lothar-seiwert.de

 

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