Blog

Das Ziel an die linke Gehirnhälfte „überweisen“

Persönliche Ziele in drei Phasen umsetzen – Von Dr. h.c. Dieter Fröhlich

Die guten Vorsätze zum Neuen Jahr wurden vor nicht all zu langer Zeit gefasst. Haben Sie sich auch das eine oder andere für 2019 vorgenommen? Was konnten Sie bereits umsetzen? Was ist auf der Strecke geblieben? Dieter Fröhlich gibt im folgenden Beitrag praktische und konkrete Tipps wie Sie Ihre Ziele und Visionen sicher erreichen können. Schauen Sie sich Ihre Wunschliste für 2019 einfach nochmal unter diesen Gesichtspunkten an! 

Dieser Beitrag soll Ihnen Hilfe anbieten, Ihre persönlichen Ziele sicherer zu erreichen. Wenn wir über das neue Jahr nachdenken, neigen wir dazu, Wünsche zu formulieren und Vorsätze zu fassen. Und wir stellen uns deren Verwirklichung vor. Bei den meisten Menschen könnte die Liste mit Wünschen zur Wieder-Vorlage auf das nächste Jahr gelegt werden, weil die Umsetzung erneut nicht gelang.

Es gibt drei Hauptgründe für dieses häufige Misslingen:

  1. Wir haben die Wünsche und Vorsätze nicht in konkrete Ziele und Teilziele geformt.
  2. Wir haben keinen Umsetzungsplan erstellt.
  3. Uns fehlt ein Coach oder Trainer, der die Trainingseinheiten überwacht und uns immer wieder ermutigt, an unserem Ziel festzuhalten, bis es erreicht ist.

Wenn Sie in Zukunft Ihre Ziele sicherer erreichen wollen, empfehle ich Ihnen, in diesen Phasen vorzugehen.

Phase 1:
Streichen Sie zunächst Ihre „Haben-Ziele“: „Ich will haben, haben, haben...!“ Wer soll Ihnen das geben, was Sie sich wünschen? Alles Geld, das Sie haben wollen, um Ihre Wünsche zu erfüllen, besitzen zur Zeit andere.

Und es gibt nur zwei Gründe, wofür Menschen ihr Geld ausgeben:
a) für Problem-Lösungen   /   b) für angenehme Gefühle

Darum: Verändern Sie Ihre Zielrichtung! Dazu ist es wichtig, in Ihre eigene Persönlichkeit zu investieren und Fähigkeiten zu entwickeln, mit denen Sie Probleme anderer lösen können. Je mehr Sie für andere tun, desto mehr wird an Sie zurückfließen. „In dem Maße, wie Du säst, wirst Du ernten.“

Und um aus diesem Wunsch oder Vorsatz ein Ziel zu machen, sind drei Voraussetzungen erforderlich:

  • Z1 = Beschreiben Sie genau, was Sie erreichen möchten.
  • Z2 = Legen Sie fest, wie viel Sie erreichen wollen.
  • Z3 = Notieren Sie, bis wann Sie Ihr Ziel erreicht haben wollen.

Wenn Sie Z1, Z2 und Z3 beantwortet haben, lehnen Sie sich entspannt zurück, so wie es ein Maler tut, der von Zeit zu Zeit sein entstehendes Gemälde aus einem größeren Abstand betrachtet. Stelle Sie sich auch deutlich vor, wie es aussieht und was Sie empfinden werden, wenn Sie dieses Ziel erreicht haben. Wenn Sie dann keine Freude oder Begeisterung empfinden, sollten Sie Ihr Ziel kritisch überprüfen.

Streichen Sie zunächst Ihre „Haben-Ziele“ und
investieren Sie in Ihre eigene Persönlichkeit.

Anschließend stellen Sie sich diese Frage: „Warum soll ich dieses Ziel anstreben? Was ist der Zweck und der tiefere Grund dafür?“

Und dann hören Sie auf Ihre innere Stimme. Antwortet sie ausweichend oder ablehnend, besteht berechtigter Zweifel an der Verwirklichung Ihres Ziels. Wenn Sie sich aber für ein bedingungsloses „Ja!“ entscheiden, ist die Erfolgs-Aussicht gut. Und Sie müssen nun die Frage beantworten: „Was bin ich bereit zu investieren, um mein Ziel zu erreichen?“

„Von nichts kommt nichts!“, sagt der Volksmund. „Ohne Saat keine Ernte, ohne Investition kein Ertrag!“ Und Sie müssen weitere Entscheidungen treffen: „Wie viel Zeit widme ich täglich meinem neuen Ziel?“ „Worauf verzichte ich, um Zeit für mein Ziel zu gewinnen?“ „Wie viel Geld investiere ich einmalig oder laufend?“ „Auf welchem Gebiet werde ich mich weiterbilden?“ „Wie belohne ich mich, wenn ich Teilziele erreiche? Und wie, wenn ich das Ziel erreicht haben werde?“

Warum ist es wichtig, sich diese Fragen zu beantworten? Unser Gehirn ist nur mit hoher Willenskraft bereit, unser Verhalten und unsere Gewohnheiten zu ändern.

Phase 2:
Sobald Ihre rechte Gehirnhälfte eine genaue Vorstellung vom Ziel hat und auch die Begründung akzeptiert, vergessen die meisten Menschen, das Ziel an die linke Gehirnhälfte zu „überweisen“.

Die ist nämlich für die Management-Aufgaben zuständig, also für die Umsetzung, und sie klärt und strukturiert: was muss wie, von wem bis wann gemacht werden? Sie sorgt für eine sinnvolle Aufreihung von Teilzielen. Der Volksmund sagt dazu: „Die Dinge auf die Reihe bringen“ oder: „Mal sehen, wie ich das hintereinander bringe.“

Unser Gehirn ist nur mit hoher Willenskraft
bereit, Verhalten und Gewohnheiten zu ändern.

Ein Bauherr ruft auch nicht die Handwerker an und sagt ihnen: „Dort ist das Grundstück, legt los, Jungs!“ Sondern er erstellt einen Plan, in dem die Arbeiten schriftlich festgelegt sind. Genauso erstellen Sie einen schriftlichen Plan von den einzelnen Erfolgs-Bausteinen Ihres Zieles, in welcher Zeit und Reihenfolge sie verwirklicht werden sollen. Je größer Ihr Ziel ist, desto wichtiger ist der schriftliche Plan.

Phase 3:
Jeder Mensch braucht einen Förderer, Coach oder Trainer, der ihn ermutigt und ihm hilft, bei den Bemühungen durchzuhalten. Die Hälfte der Ziele wurde in vielen Fällen nicht erreicht, weil man zu früh aufgegeben hat. „Das Ziel erreicht nur, wer nicht aufgibt!“ Was aber, wenn Sie keinen Trainer haben? Mein Vorschlag für Sie: ein modernes „Selbst-Coaching“, unterstützt durch Ihr Handy.

Bevor Sie Ihre größten Ziele genau festgelegt haben, nehmen Sie sich zur Übung kleine Ziele vor, die Sie zu hilfreichen Gewohnheiten führen können. Greifen Sie jetzt Ihr Handy und gehen Sie auf das Programm, mit dem man sich wecken lassen kann, z.B. „Dienstprogramme“ und „Uhr“. Stellen Sie sich nun Signale für wochentags ein. Nutzen Sie meine Vorschläge und machen Sie die Inhalte passend für sich:

Beispiel 1
für den ersten Ton um 07:45 Uhr
Wenn das Signal ertönt, denke ich daran, dass ich heute mit der wichtigsten Aufgabe des Tages beginnen werde. Warum? Wenn ich diese Aufgabe erledigt habe, fühle ich mich zufrieden und entlastet.

Beispiel 2
für ein anderes Signal um 16:45 Uhr
Welche ist morgen meine wichtigste Aufgabe, die ich als erstes erledigen werde? Dazu richte ich schon jetzt die erforderlichen Unterlagen. Warum? Damit sich mein Unterbewusstsein damit beschäftigen kann und mir die Erledigung der Aufgabe morgen leichter fällt.

Beispiel 3
für ein Signal um 19:45 Uhr
Um mindestens 7,5 Stunden schlafen zu können (das sind fünf Einheiten à 90 Minuten) werde ich mein Abendprogramm so gestalten, dass ich spätestens um 22:30 Uhr zu Bett gehe. Warum? Vom Vater meines Freundes Thomas Schätzle hörte ich diese Erkenntnis: „Vom Arbeiten ist noch keiner gestorben, aber viele an zu wenig Ruhezeit!“ Genügend Schlaf bringt Ihnen die Energie zur Erreichung Ihrer Ziele.

Beginnen Sie dann gleich nach dem 19:45 Uhr Signal mit einem 10 Minuten-Training. Denn fast alles, was wir an anderen Menschen bewundern, haben sie sich durch Training erworben. In der Musikschule Fröhlich haben wir seit 41 Jahren durch das tägliche 10 Minuten Training bei unseren Schülern große Erfolge erzielt. Das Training muss vor dem Spiel mit dem Computer und vor der abendlichen Fernseh-Zeit beginnen. Überlegen Sie, was Sie trainieren möchten, und beginnen Sie damit, sobald das Sig-nal ertönt.

Fast alles, was wir an anderen Menschen bewundern,
haben sie sich durch Training erworben.

Das schaffen Sie mit Sicherheit! Ihre großen Ziele planen Sie später, teilen Sie sie in kleine Ziele ein, lassen sich vom Handy erinnern und trainieren Sie täglich.

Das Wichtigste noch einmal in Kürze:

  • Schaffen Sie Ziel-Klarheit, eine bildhafte Vorstellung davon (mit der rechten Gehirnhälfte) und Klärung der Frage: „Warum soll ich das Ziel anstreben?“
  • Erstellen Sie einen schriftlichen Umsetzungs-Plan mit Teilzielen.
  • Betreiben Sie Selbst-Coaching mit Hilfe Ihres Handys.

Richten Sie den Blick auf Ihre Ziele
Ihr Gehirn mag „klare Ansagen“ und „Gewohnheiten“. Aus Wiederholungen entstehen Gewohnheiten. Aus Ihren Gewohnheiten entsteht Ihr Charakter, und Ihr Charakter entscheidet über Ihre Erfolge und damit über Ihr Schicksal!

Am besten beginnen Sie jetzt gleich Ihre verblassten Neujahrs-Vorsätzte zu überprüfen und zu aktivieren. Treffen Sie heute neue Entscheidungen, um auf dem Weg zu Ihrem Erfolg voranzukommen!

Über den Autor

Dr. h.c. Dieter Fröhlich baute die Musikschule Fröhlich als Franchise-System auf. Aktuell werden über 30.000 Kinder an die Musik herangeführt. Als ein Pionier der Franchise-Branche in Deutschland war er viele Jahre Präsident des Deutschen-Franchise-Verbandes (DFV e.V.) und Ehren-Präsident des Europäischen-Franchise-Verbandes EFF. Er ist Initiator/Gründer der Fachschule für Franchising (Franchise-Campus, Weilburg). 2006 erhielt er den Strategiepreis und 2017 den Ehrenpreis des Bundesverband StrategieForum.

 

Es sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreibe Du den ersten!

Schreibe einen Kommentar

 

« zurück zur Liste

Kategorien

Archiv

Wie funktioniert der Blogzugang?

Die Beiträge der Kategorie News sind dauerhaft frei zugänglich. Für alle anderen gilt: Freier Zugang auf Seite 1 des Blogs. Ab Seite 2 brauchst du die Zugangsdaten, um alle - über 400 - Beiträge ansehen zu können.

Als Mitglied des StrategieNetzwerks kannst du alle Beiträge freischalten. Oder du buchst ganz einfach den Zugang zur StrategieDatenbank: