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Strategie-Kongress: AM nicht IM Unternehmen arbeiten!

Bericht zum Kongress in Göttingen 1. bis 3. April 2011

 

Es folgt eine kurze inhaltliche Zusammenfassung des Strategie-Kongress der vom 1. bis 3. April in in Göttingen stattfand.

 

Strategie-Café auf dem KongressBeim von Roland Schön geleiteten Strategie-Café ging es um das Motto des Kongresses: „Wie kann ich mehr am statt im Unternehmen arbeiten“. Diese Frage diskutierten die Teilnehmer in kleinen, wechselnden Gruppen und lernten sich dabei gleich kennen.

 

Den Start der Vortragsreihe machten die Referenten Dr. med. Gunter Frank, ärztlicher Leiter des Heidelberger Präventions- und Gesundheitsnetzes und Jürgen Vogelgesang, Medical Consulting. In ihrem Vortrag gelang es ihnen sehr gut, die Zusammenhänge zwischen engpassorientiertem Denken und ganzheitlicher Medizin anschaulich zu verdeutlichen. Klar wurde, dass in der Medizin zumeist oberflächlich an den Symptomen herum gedoktert wird, doch die wirklichen Ursachen, die als Kernprobleme viel tiefer sitzen gar nicht beachtet werden.

 

Diese sind oJürgen Vogelgesang (li.) und Dr. med. Gunter Frankft unmittelbar durch das Verhalten des Patienten nachhaltig zu verbessern und zu lösen. In diesem Kontext wiesen sie auf das Zusammenspiel von sympathischem und parasympathischen Nervensystem hin. Die Messung des Verhältnisses zwischen Entspannung (Parasympathikus) und Stress (Sympathikus) gibt Aufschluss darüber, wie ausgeglichen eine Person ist.

 

In unserer heutigen Zeit stehen die meisten Menschen unter Dauerstress, d.h. das System läuft „voll auf Sympathikus“. In anderen Worten, es gibt kaum noch Raum und Zeit für die notwendige Entspannung und Regeneration, da selbst die Freizeit unter leistungsbezogenen Aspekten gesehen wird. Um das System trotzdem aufrecht zu erhalten, muss der Körper laufend Substanz aufbrauchen und so kommt es früher oder später zwangsläufig zu gravierenden Krankheitssymptomen, die dann wie oben erwähnt, zumeist symptomatisch behandelt werden.

 

Bezogen auf ein Unternehmen lässt sich eindeutig nachweisen, dass Mitarbeiter, deren Arbeit regelmäßig positiv bestätigt wird und die nicht laufend einem künstlichen Stress ausgeliefert werden (Stress als Teil der Unternehmenskultur), produktiver arbeiten. Solche Unternehmen erzielen auch ein besseres Betriebsergebnis. Insofern ist die Investition in die ganzheitliche Gesundheit der Mitarbeiter eine Investition, die sich nachweislich auszahlt. (Mehr dazu lesen Sie im Strategie Journal 02-2011.)

 

Seinen Vortrag begann Jürgen Dawo, Geschäftsführer von Town&Country und Harvard Unternehmer des Jahres 2010 – der im Frack und mit Taktstock erschien - mit einer Einlage als Dirigent. Damit brachte er zum Ausdruck, dass ein Unternehmer der „am statt im“ Unternehmen arbeitet, wie der Leiter eines Orchesters, zwar die künstlerische Vision verkörpert und vorantreibt, die eigentliche Ausführung aber den „Fachkräften“ sprich Musikern überlässt.

 

Jürgen Dawo im FrackWürde sich der Dirigent in das Orchester einreihen wäre dieses quasi führungslos. Angelehnt an den wegweisenden Bestseller „Das Geheimnis erfolgreicher Firmen“ des amerikanischen Unternehmensberaters, Michael Gerber, referiert Dawo ausführlich und aus eigener Erfahrung über die Rolle von Fachkraft, Manager und Unternehmer, die ein Unternehmensgründer im Laufe der Unternehmensentwicklung durchlaufen sollte. Wer die Rolle als Fachkraft nicht ablegt, wird bei wachsendem Unternehmen scheitern, da das Unternehmen ohne Führung da steht.

 

Es gibt auch einen grundlegenden Unterschied zwischen freiberuflichen Einzelkämpfern, die keine Unternehmer im eigentlichen Sinne sind, sondern Selbständige. Dawo bezeichnete sein Unternehmen als lebendigen Organismus, der auch ohne seine Anwesenheit und aktive Mitarbeit im Tagesgeschäft überlebensfähig ist. Dazu ist es wichtig, dass alle Funktionen und Aufgaben im Unternehmen detailliert beschrieben und definiert sind.

 

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Thorsten Hinrichs
berichtete ausführlich und sehr authentisch über den Werdegang seines Unternehmens Hinrichs Innovation + Tec hnik GmbH und seinen Hit Aktivstall der die Pferdehaltung revolutioniert hat. Er beschreibt, wie er aus den ersten Anfängen heraus inzwischen geschafft hat, sich mehr und mehr aus dem Unternehmen herauszuziehen und am statt im Unternehmen zu arbeiten. Den gesamten Vortrag (rund 50 Minuten) können Sie sich hier im Mitgliederbereich (Sie sollten eingelockt sein!) ansehen.

 

Ralf Nerling, Nerling Ralf Nerling arbeitet nur noch AM UntenehmenSystemräum, berichtete wie er sich Schritt für Schritt aus seinem Unternehmen herauszog damit die Übergabe an seinen Sohn ohne Komplikationen erfolgen konnte. Dabei entwickelte er sich vom „In-der Firma-“ zum „An-der Firma-Arbeiter“. Nerling zeigte in seinem Vortrag sehr schön, wie er sich inzwischen repräsentativen und networking-orientieren Aufgaben widmet, bis hin zu sozialem und politischen Engagement. Als „Brückenbauer“ hat er damit nicht nur eine neue Aufgabe gefunden, die ihn herausfordert. Er bringt damit seinem Unternehmen als Senior-Chef weiterhin einen wichtigen Nutzen, ohne die Autorität seines Sohnes als neuem Geschäftsführer zu untergraben.

 

Daniela A. Ben Said mit TitusAm Ende des Vortragsblocks trat Daniela A. Ben Said mit ihrem Assistenten Titus auf. Titus ist ein Pony half der Referentin, die Regeln der Kommunikation zu veranschaulichen, um die sich ihr kurzweiliger Vortrag im Wesentlichen drehte. Wie gehe ich mit was neuem um? Mit Ablehnung, Begeisterung, Unterwerfung, Angst oder Widerwillen…? Welche grundlegenden Regeln der Kommunikation gibt es? Wie kann ich Fettnäpfchen vermeiden? Wie kann ich meine Mitarbeiter durch richtiges Bestätigen motivieren? Die Psychologin Ben Said bot eine Menge Tipps und Tricks und zeigte ganz klar auf, dass in der richtigen Kommunikation mit den Mitarbeitern ein grundlegender Erfolgsfaktor liegt.

 

Sabine Wehrhahn beim WorkshopDer zweite Kongresstag wurde für praktische Workshops genutzt: Matthias Kohlhoff, amargo, führt in das Thema Social-Media ein: Facebook, Twitter und Co. Ihr Einstieg in soziale Netzwerke im Internet (Mehr dazu im Strategie Journal 02-2011). Wie sich der 6. Sinn trainieren lässt konnte man bei der Motivationstrainerin, Sabine Wehrhahn lernen: Die eigene Intuition und Eingabe-Basis für gute Entscheidungen und kreative Lösungen. Der Workshop-Titel von Roland Schön lautet: „Vision Faktor 4“ Mit der Hälfte des bisherigen Aufwands das Doppelte erreichen.

 

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